Honig | Kochzeit–Rund um Essen, mit vielen leckeren Rezepten aus aller Welt

Honig

Honig ist ein Naturprodukt, das wir dem sprichwörtlichen Fleiß der Bienen verdanken.

Um ein Pfund Honig zu erhalten, muss ein Bienenvolk rund 60.000 Ausflüge vom Bienenstock zu den Blüten machen.
Das entspricht einer ungefähren Flugstrecke des dreifachen Erdumfangs.

Die deutsche Honigverordnung definiert Honig als natursüßen Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird.
Die Bienen nehmen entweder den Nektar von Pflanzen auf, die Sekrete lebender Pflanzenteile oder die sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von Insekten.

Sie wandeln diesen Nektar oder die Sekrete mit körpereigenen Stoffen um, lagern sie ein und entziehen Wasser.
In den Waben des Bienenstocks reift der Honig dann.

Honig enthält über 200 verschiedene Substanzen, das sind Aromastoffe, Aminosäuren, organische Säuren, Mineralstoffe, Enzyme, Inhibine, Vitamine und Spurenelemente.
Frucht- und Traubenzucker bilden den Hauptanteil des Honigs.

Vielfalt der Natur bringt Vielfalt im Geschmack:

Honige, die in Deutschland angeboten werden, müssen die Bedingungen der Honigverordnung erfüllen.
Demnach darf dem Honig nichts entzogen und nichts hinzugefügt werden.
Und sofern es sich um Sortenhonige handelt, muss im Glas die Sorte sein, die auf dem Etikett angegeben ist.

Bei deutschem Honig kann man zwischen 20 Sorten wählen.
Die häufigsten Sortenhonige sind Blütenhonig, Rapshonig, Kleehonig, Obstblütenhonig, Löwenzahnhonig, Lindenhonig, Akazienhonig, Sonnenblumenhonig, Heidehonig, Edelkastanienhonig, Tannenhonig und Fichtenhonig.

Mit Honig kochen und backen:

Ob Nürnberger Lebkuchen, Aachener Printen oder Dresdner Weihnachtsstollen – viele alte Rezepte zeigen, dass Honig besonders in der Festtagsküche eine lange Tradition hat.
Honig eignet sich für viele Zubereitungsarten: für Gebäck, Süßspeisen, Salate, Suppen und Soßen.
Das Aroma des Honigs verleiht auch Fleischgerichten eine besondere Note.

Hier ein paar Tipps, die jeder beim Kochen und Backen mit Honig berücksichtigen sollte:

• Geben Sie den Honig möglichst erst am Ende der Kochzeit zu, damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zerstört werden.
Beim Süßen kalter Gerichte profitiert man dagegen ohne Einschränkung von der gesundheitsfördernden Wirkung.

• Honig ist ideal für feuchte Backwaren, denn durch seine Eigenschaft Wasser anzuziehen bleibt Honiggebäck lange frisch.

• Bei besonders leichten Gebäcken sollte etwas mehr Backtreibmittel zugesetzt werden, wenn Zucker durch Honig ersetzt wird.

• Wer beim Backen Zucker durch Honig ersetzt, sollte auch die Flüssigkeitsmenge etwas reduzieren.

• Helle Honige schmecken süßer als Zucker, dunkle weniger süß, dies sollten Sie bei der Mengenberechnung berücksichtigen.

• Honig bräunt stärker als Zucker, daher bei Temperaturen unter 200ºC (Umluft 175º) backen.
Honig sorgt dann bereits für die entsprechende Bräunung.

• Honig eignet sich nicht zum Süßen von Gerichten auf Basis von Kartoffel-, Mais- und Reisstärke (z.B.Pudding oder bestimmte Soßen).
Durch das Honigenzym Diastase wird die Stärke gespalten und die Speise wieder verflüssigt.

So bleibt Honig lange haltbar:

Eine falsche Lagerung kann die Qualität von Honig beeinträchtigen.
Durch seinen hohen Zuckergehalt zieht Honig leicht Wasser aus der Umgebung an und die Gefahr der Gärung besteht.
Außerdem nimmt er gern Fremdgerüche an. Deshalb sollten Sie das Honigglas immer gut verschließen, kühl, trocken und dunkel und nicht neben geschmacksintensiven Produkten lagern.

Ein Aufbewahren im Kühlschrank ist jedoch nicht notwendig.
Im Gegenteil, sehr kalter Honig entwickelt kein Aroma und ist kaum streichfähig.

Änderungen der Konsistenz wie das Auskristallisieren stellen dagegen keine Qualitätsminderung des Honigs dar, sondern sind ein natürlicher Vorgang, den jeder Honig, je nach Sorte, früher oder später durchläuft.
Honig lässt sich in einem 40ºC warmen Wasserbad leicht wieder verflüssigen.

Honig als Kosmetikum?

Der Gedanke ist nicht neu!
Schon der griechische Gelehrte Hippokra-tes (460 bis 370 v. Chr.) wusste, dass „Honig eine schöne Haut macht“, und Kleopatra, die „Traumfrau“ der Antike, genoss den süßen Saft zusammen mit Eselsmilch gleich becherweise im Bade.
Wer es Kleopatra gleichtun will, verrührt 3 EL Honig mit 100 ml Sahne oder einem Liter Vollmilch, gießt diese Mischung ins einlaufende Badewasser und genießt noch Stunden nach dem Bade das herrlich cremige Gefühl, das Milch und Honig auf der Haut hinterlassen.

Lieber gleich ein gründliches Peeling?
Auch hier vertraut man gerne auf die entschlackende Wirkung des Honigs, verrührt 1 EL des süßen Sirups mit 4 EL Naturjoghurt, 1 Spritzer Zitronensaft sowie 4 EL gemahlenen Mandeln und massiert diese Mischung sorgfältig ein.
Da die Milchsäure des Joghurts den Säureschutzmantel der Haut sicher schützt und das feine Mandelmehl einen sehr sanften Abrieb der abgestorbenen Hautschüppchen garantiert.

Süße Masken.
Mischen Sie beispielsweise 2 EL Speisequark mit 1 TL Weizenkeimöl sowie 1 EL Honig und lassen Sie diese Mischung 15 Minuten lang auf Gesicht und Dekollete einwirken.
Nach dem Abspülen fühlt sich die Haut wunderbar weich und geschmeidig an.
Besonders nährend wird die Quark-Honig-Maske, wenn man ein frisches Eigelb unterrührt.
Die desinfizierenden Wirkstoffe des Honigs indes sorgen dafür, dass Pickel und Mitesser rasch abheilen.

Sie sind unzufrieden mit Ihrem Haar?

Dann hilft vielleicht diese festigende Honigspülung: 1 TL Honig in 1/4 l warmem Wasser auflösen, einen Spritzer Obstessig oder Zitronensaft zufügen und damit Haare und Kopfhaut durchkneten.
Nach einer Einwirkzeit von mindestens 15 Minuten wird das Haar gründlich gespült und lässt sich anschließend bestens kämmen und frisieren.