Ungarische Küche | Kochzeit–Rund um Essen, mit vielen leckeren Rezepten aus aller Welt

Ungarische Küche

Ungarische Küche

Die ungarische Küche zeichnet sich durch drei Spezialitäten aus: den Paprika, den Tokajerwein und den Dobos-Moka. Drei Dinge, die vom Geschmack des ungarischen Volkes Zeugnis ablegen: es liebt gut gewürzte Gerichte, die es mit einem guten Weißwein begießt und mit einem nahrhaften Kuchen krönt.

Die Ungarn schätzen den sonnengereiften Paprika ihrer weiten Felder, weil er den Appetit anregt und die Gäste zum Trinken ermuntert. Und seitdem man festgestellt hat, dass der Paprika für den Organismus nicht nur unschädlich, sondern ihm durch den hohen Vitamingehalt äußerst zuträglich ist, steigert man den Konsum noch mehr. Für einen Ungarn gibt es kein Gericht, das zu scharf sein könnte.

Gerichte

Die beliebtesten Gerichte sind Pörkölt und Gulasch, das im Gegensatz zu unserem mitteleuropäischen Fleischgericht in der Regel gleichzeitig mit Kartoffelwürfeln versetzt wird. Kalb, Rind und Lamm werden in purpurroter Sauce als Paprikás geboten, das berühmteste von allen ist wohl das „paprikás csirce“, ein Hühnergericht. Fast alle Gerichte werden in Ungarn mit Schweineschmalz bereitet, weil man meint, dass der Geschmack dieses Fettes am besten mit dem des Paprikas harmoniere. Saure Sahne wird in reichlichen Mengen gebraucht, wohl um der Schärfe eine lindernde Milde entgegenzusetzen.

Feinbäckerei

Die ungarische Feinbäckerei ist der österreichischen sehr verwandt, berühmt wurde die vom Budapester Konditor Dobos erfundene gleichnamige Mokkabiskuittorte, die kein Tourist sich versagen sollte.

Die ungarische Tiefebene und die Hügel liefern eine verschwenderische Fülle von schmackhaften Weinen. Im 13. Jahrhundert pflanzten französische Mönche auf den Hängen rund um den Marktflecken Tokaj Rebstöcke. Der aus den sonnengereiften zuckersüßen Trauben gewonnene Tokajerwein findet als Dessertwein auf der ganzen Welt Liebhaber. Nördlich des Plattensees baut man den „Badacsony“, im Süden des Landes den „Mecsez“ an. Rotweine sind seltener. Der „Egri Biskane“, auch als Stierblut auf dem mitteleuropäischen Markt, ähnelt dem Burgunder, ist aber süßer als jener.

Barack pálinka

Der Herzog von Windsor kostete einige Jahre vor dem Krieg in Budapest den dort üblichen Aprikosenbranntwein, „Barack pálinka“. Er bedachte das Getränk mit derartigen Komplimenten, dass der feurige Schnaps über Nacht berühmt wurde und inzwischen zu einem bedeutenden Exportartikel des Landes geworden ist.

Ungarische Paprikasuppe

Rezept für 4 Portionen:

3 grüne Paprikaschoten
1 Teel. Paprikapulver, scharf
100 g durchwachsener Speck
1/4 Teel. getrockneter Majoran
5 mittelgroße Zwiebeln
3 Kartoffeln
1 Eßl. Schweineschmalz oder Öl
1,5 l Fleischbrühe
4 Tomaten
1/2 Tasse saure Sahne

1. Die Paprikaschoten halbieren, von Rippen und Kernen befreien, waschen, abtropfen und in Streifen schneiden.
Den Speck in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden und die Ringe halbieren.

2. Die Kartoffeln schälen, waschen und würfeln. Das Schweineschmalz oder das öl in einem großen Topf erhitzen
und die Speckwürfel darin ausbraten.
Die Paprikastreifen, die Zwiebelringe und die Kartoffelwürfel zugeben, unter Rühren anbraten und nach und nach mit
der Fleischbrühe aufgießen. Alles zum Kochen bringen und die Suppe zugedeckt bei milder Hitze 20 Minuten kochen lassen.

3. Die Tomaten häuten, würfeln und 10 Minuten in der Suppe kochen lassen.
Die saure Sahne mit dem Paprikapulver und dem Majoran in die Suppe rühren.

Ungarisches Gulasch

Rezept für 4 Portionen:

500 g Rindfleisch
1 Messersp. Pfeffer
500 g Zwiebeln
2 Tassen Wasser
2 EB1. Schweineschmalz
2 Eßl. Paprikapulver, edelsüß
1 Eßl. Tomatenmark
1/2 Teel. Salz
2 Eßl. saure Sahne

1. Das Fleisch kalt abbrausen, gut trockentupfen und von allen Häuten und Sehnen befreien.
Das Fleisch leicht klopfen und in 2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebeln schälen und in grobe Stücke
schneiden. Das Wasser zum Kochen bringen. Das Schmalz in einem großen flachen Topf erhitzen.
Die Fleischwürfel darin anbraten und erst dann wenden, wenn die unterste Schicht gebräunt ist.

2. Die Zwiebelstücke zum gut angebratenen Fleisch geben und mitbraten, bis sie glasig sind.
Einen Teelöffel vom Paprikapulver und das Tomatenmark unterrühren, bis sich Paprikapulver
und Tomatenmark mit dem Fett gemischt haben. 1/2 Tasse vom sehr heißen Wasser seitlich zugießen, das Salz
zufügen und das Gulasch bei milder Hitze im geschlossenen Topf 45 Minuten schmoren.

3. Immer wenn es im Topf »brutzelt«, seitlich etwa 1/2 Tasse sehr heißes Wasser nachgießen.
Das Gulasch zuletzt mit dem restlichen Paprikapulver und dem Pfeffer abschmecken.
Die dickflüssige saure Sahne verquirlen und unter das Gulasch ziehen.

Kabeljau, ungarische Art

Rezept für 4 Portionen:

1 kg Kabeljau
2 Eßl. Butter
1 große Zwiebel
1 Teel. Paprika
1 Tasse saurer Rahm
1 Teel. Maizena
1/2 Tasse Fleischbrühe
Salz
Pfeffer
Zitronensaft

1. Die Butter in einem Topf zergehen lassen und die in Würfel geschnittene Zwiebel darin goldbraun rösten.
Den zugerichteten und in Portionsstücke geschnittenen Fisch salzen, mit Paprika bestreuen und zu den Zwiebeln geben.

2. Auf beiden Seiten anbraten.
Mit dem Rahm übergießen und in 10 Minuten unter mehrfachem Begießen und leichtem Rütteln des Topfes bei kleiner Flamme gardünsten.
Der Fisch darf nicht zu weich werden, damit er beim Anrichten nicht zerfällt.
Auf eine vorgewärmte Platte legen.

3. Das Maizena mit etwas Fleischbrühe verrühren, mit der restlichen Brühe zu dem Bratsatz geben, würzen und aufkochen.
Den Fisch mit der Sauce begießen und anrichten.

4. Beigabe: Salzkartoffeln, Butterreis oder Makkaroni.